Wandern. Angeln. Fußball. Im Westen – trotz Rezession – nichts neues???
Es sind schon drollige Nachrichten über das Verhalten der Konsumenten, die an den verschiedensten Stellen zu lesen sind:
Extrem-Sportarten boomen. Die Menschen gehen wieder mehr in die Natur, die Sehnsucht scheint unstillbar – folglich erwartet der Bereich Outdoor zweistellige Zuwachsraten. Bio-Produkte liegen nach wie vor voll im Trend, nicht nur was Essen und Trinken angeht. Anbieter der ‘grünen Körperpflege’ wachsen zweistellig. Discounter setzen auf Markendehnung und Emotion und bieten Rezepte – von 3 Sterneköchen zubereitet. Alle nutzen und allen nutzt die Rückkehr zu Familie, Wärme, Vertrautheit, Zuhause. Urlaub in Deutschland, früher das Ausmaß an Spießertum, ist gefragter denn je – und wer einmal schönes Wetter an der Ostsee oder im Bayerischen Wald hatte, wird dort gerne wieder hinreisen statt sich in den Stau am Brenner auf dem Weg in den übervollen Süden zu stellen. Die ‚High Society’ – es ist unglaublich, entdeckt das Fliegenfischen wieder! Angeln in der Krise, schreibt die Süddeutsche Zeitung . Ob das wirklich stimmt – oder doch eher Einzelschicksale sind?
Und ganz aktuell – und ziemlich unerwartet: Der Dauerkartenverkauf für die Bundesliga läuft auf Hochtouren. Beinahe alle Bundesligisten melden exzellente Ergebnisse, sieben Klubs haben den Verkauf sogar schon eingestellt!! Kaum zu fassen.
Was steckt dahinter? Warum erfahren all diese doch eigentlich Selbstverständlichkeiten solche Aufmerksamkeit? Und warum verblüffen sie uns so?
Weil wir doch denken, die Menschen müssten verzagt und voller Angst und Beklemmung sein – angesichts all der Nachrichten, die soviel mehr schlecht als gut sind. Aber nix da. Sie scheinen sich einfach umzuorientieren. Sparen? Na ja. Wenn keine Ferien in der Ägäis, dann sehen sie den Vorteil der Bequemlichkeit einer einfachen Fahrt zur Mecklenburgischen Seenplatte. Auswärts essen wird zu teuer? Dann her mit den Premium-Fertiggerichten und zuhause wird besser und feiner gekocht. Gerne nach Anleitung aus dem Internet. Und gegen die vielen Nachrichten: gehen wir einfach ins Fußball-Stadion, freuen uns und ärgern uns und trauern vielleicht auch. Hauptsache Erlebnis und die Hoffnung auf ein packendes, mitreißendes Spiel voller Emotionen.
Es bestätigt sich wohl, das 2009 das „Jahr der kleinen Freuden“ wird. Toll, wie sich die Menschen einfach an die neuen Gegebenheiten anpassen und so Laune und Konsum im Land hoch halten. Oder ist es einfach ein ‚zurück zu den Wurzeln’??