Category: Rezession

Tue was Gutes aber rede nicht darüber!

Von Alessandro Panella, 22. September 2009 08:19

“Responsibility” ist einer der Mega-Trends aus unserer Grey Food-Trends Studie und es ist erstaunlich zu sehen wie viele Marken seit Start der Rezession verstärkt auf diesen Trend setzen. Insbesondere die Themen “regionales Engagement” und “nachhaltige Herstellung” erleben eine Renaissance.  Getreu dem Motto “Tue was Gutes und rede darüber” machen viele Marken mit millionschweren Kampagnen ihre Kunden auf ihre CSR-Bemühungen aufmerksam.

Dieser Weg kann aber auch sehr gefährlich sein, denn mit solchen Kampagnen bietet man kritischen Konsumenten, die sich in social media Netzwerken austoben automatisch eine große Angriffsfläche, wie das der Fall bei McDonald in der Schweiz war. Dort startete eine große Plakataktion wo eine Kuh zu sehen ist, die auf ihrem Fell einen Fleck in Form der Landesgrenzen der Schweiz hat. Damit wollte McDonald’s den Menschen klar machen, dass die Burger von McDonald aus 100%igen schweizerischen Fleisch bestehen. Leider bemerkte ein besonders aufmerskamer Konsument, dass die Kuh eine Marke im Ohr mit den Buchstaben AT trug, die ihre österreischiche Herkunkt verriet.  Solche Fehler werden dann natürlich in etlichen social media Netzwerken weiter kommentiert und damit kann die Glaubwürdigkeit einer Marke sehr schnell auf der Kippe stehen.

Dass es anders als mit großangelegten und klassichen Kampagnen geht, zeigt das Beispiel von Hellman’s. Hellman’s ist eine Mayonnaise-Marke (Nr. 1 in England) die zu Unilever gehört.  Vor kurzer Zeit startete Hellman’s eine Initiative, um die gemeinützige Organisation “Evergreen” zu unterstützen. Evergreen engagiert sich für eine bessere Lebensqualität in kanadischen Städte. Aber anstatt ihre Unterstützung über klassische PR-Maßnahmen oder ähnilchen Medien bekannt zu machen, entwickelte Hellman’s eine integrierte Kampagne und rief Mensch über eine Internet-Seite auf, lokale Produkte zu konsumieren. Für jeden 100′000 Clicks auf die Seite würde Hellman’s 25′000$ an Evergreen überweisen. Die Initiative mit dem Namen “Eat real, eat local” war aus vielerlei Hinsicht ein großen Erfolg.

Nach 2 Monaten hatte die Seite schon mehr als 20 Millionen Seitenimpressionen und Hellman’s “share of social media” ging von 17 auf 48%. Viel wichtiger, indem Hellman’s das Thema “lokal Essen” zu einer größeren und nationalen Angelegenheit machte ohne sich als Marke im Vordergrund zu platzieren, konnte Hellman’s sie extrem an Relevanz und Glaubwürdigkeit gewinnen.

Jetzt werdet ihr sagen: mit dem Hellman’s Beispiel stimmt der Titel nicht, denn sie haben was Gutes getan und auch darüber geredet. Stimmt also ändere ich meine Meinung und sage: Tue was Gutes und rede anders darüber!

Darwin hat Recht

Von Frank Dopheide, 15. September 2009 13:56

Charles Darwin hat unsere Welt studiert und ihre Gesetzmäßigkeiten neu definiert. Seine Sicht der Dinge hat uns die Augen geöffnet und unser Verständnis über Wachstum und Entwicklung allen Lebens für immer verändert.

Dennoch verhält sich die Kommunikationsbranche seit Anbeginn der Zeit so, als lebe sie in einer ökologischen Nische, weit außerhalb natürlicher Selektionsprozesse.

Nun schlägt das darwinsche Gesetz auch in unserem Lebensraum zu. Kalt und konsequent. Der Prozess der natürlichen Auslese hat begonnen. Viele bekannte, große und kleine Marken zählen in diesen Tagen zu den bedrohten Arten. Auch die größten Werbetreibenden der Welt, haben das Todesurteil für tausende ihrer Marken verkündet.

Allerhöchste Zeit für ein anderes Markenverständnis. Marken sind keine theoretischen Denkmodelle von Unternehmen. Marken sind lebendige Wesen im Alltag der Menschen.  Deshalb ist jede Marke den gleichen Gesetzen unterworfen, die Charles Darwin für alles Lebendige auf unserem Planeten definierte.

Für die augenblickliche Markenmisere müssen die Agenturen einen großen Teil der Verantwortung übernehmen. Schließlich gilt die Fähigkeit, zur Markenbildung seit jeher als die wertvollste Leistung einer Agentur. Ihre einzigartige Fähigkeit, durch Kreativität neuen Wert in diese Welt zu bringen. Messbar und nachweisbar. Agenturen erschaffen aus Gedanken, Bildern und Gefühlen finanziellen Wert, etwas, das viel mehr ist, als das pure Produkt je hergeben würde: eine Marke.

Eine Marke ist wertvoller als das nackte Produkt. Eine Marke macht sichtbar glücklicher als das pure Produkt. Was mittlerweile längst von Neurophysiologen wissenschaftlich fundiert im Computertomograph bewiesen ist – Marken können direkt auf das Glückszentrum unseres Gehirns wirken.

Nun müssen wir mit ansehen, dass in der freien Wildbahn andere Gesetze als in den Marketinglehrbüchern gelten. Wie bei Mutter Natur gilt auch für Marken: nicht die Großen fressen die Kleinen. Nicht die Schnellen fressen die Langsamen. Sondern die Anpassungsfähigen fressen die Unbeweglichen.

Ähnlich wie in Zeiten anhaltender Dürreperioden haben wir schon vor Jahren gesehen, dass für Marken die Wassertröge weniger und der Aufwand Futter zu finden größer wird. Doch wir haben es uns schön geredet und so manche Opfergabe gebracht, um dem Endverbraucher weiter den Mund wässerig zu machen. Wir werfen uns mit aller Gewalt in jede Rabattschlacht – Hauptsache, die Marke bleibt scheinbar begehrlich. Koste es, was es wolle.

Jeder hat es gesehen. Keiner wollte es wahrhaben: unsere Branche arbeitet härter als jemals zuvor, ist besser ausgebildet als jemals zuvor, beschäftigt mehr Spezialisten als jemals zuvor und bewegt dennoch weniger als jemals zuvor.

Wie es scheint, hat diese Verhaltensweise das Leiden verlängert und den Willen zur Änderung vernebelt.

Agenturen haben sich im Laufe der Jahre das Markenheft aus der Hand nehmen lassen. Hersteller glaubten, sie könnten es selbst. Agenturen glaubten, die Konsumenten sollten die Marke führen.  Und Endkäufer glauben, von Marken lassen sie sich sowieso nicht beeinflussen. Fehler.

Die Auswirkungen sind grausam.

In der Markenwelt hat längst das große Massensterben eingesetzt.
Marken wurden nicht kontinuierlich und konsequent geführt, sondern der kurzfristigen Abverkaufstaktik zum Fraß vorgeworfen. Einmal vom Preisvirus befallen, sind sie fast nicht mehr zu retten.

Was können Marken jetzt von Darwin lernen?
Was geschieht in der Natur in Zeiten großen Selektionsdrucks? Es kommt zu Mutationen: jenem unvorhersehbaren genetischen Sprung, der Neues hervorbringt.

Das Neue wird gnadenlos und ohne Schonfrist dem Markt ausgesetzt. Am Regal wird schnell sichtbar, ob diese Variante anderen überlegen ist. Marken haben viel zu spät, viel zu zögerlich und viel zu facettenarm darauf reagiert. In Zeiten wie diesen gilt: Ready. Shoot. Aim.

Was müssen Marken tun, um sich in diesem Wettbewerb durchzusetzen?

Marken leben durch Nähe.
Menschen von heute kaufen keine Marken mehr, sie schließen sich Marken an.
Was nicht zu ihrem Leben passt, wird erst aus dem Einkaufskorb und dann aus ihrem Leben aussortiert. Gnadenlos. Nie war gefühlte und gelebte Nähe zum Verbraucher derart lebenswichtig. Zuhören statt Fragen ist angesagt. Nur wer ins Gespräch kommt, kommt auch ins Geschäft.

Marken leben von Qualität.
Preis ist kein Wert an sich. Niemand weiß mehr den Wert einer Marke. Man kennt nur noch den Verkaufspreis. Je größer der Unterschied zwischen Qualitätsanmutung und dem realen Preis, desto höher ist der Kaufanreiz. Statt weiterhin laut den Preis in die Welt zu schreien, muss sich die Marke auf die Steigerung ihrer Qualität und Qualitätswahrnehmung konzentrieren.

Vertrauen entsteht nicht durch Anschreien.

Marken leben von Einzigartigkeit.
In einer Welt des Chaos bieten Marken Orientierung.
Vielfalt hat zu Orientierungslosigkeit geführt. Weniger ist mehr und klarer ist eindeutig besser. Das Zeitalter einzigartiger Markenwelten und Brand Signals kommt mit großer Wucht zurück. Meister Proper, die Dr. Best Tomate und die O2 Bubbles sind heute wertvoller denn je.

Marken leben durch Werte.
Der USP ist tot. Es lebe der UAP. Die Konkurrenz schläft nicht. Nicht einmal mehr nachts.
Was die Marke heute als einzigartigen Produktvorteil feiert, hat der Handel morgen als Eigenmarke kopiert. Marken brauchen in Zeiten wie diesen, eine Unique Attitude Proposition. Die einzigartige Haltung.  Markenwerte, die erlebbar und unkopierbar sind.

Bionade,  Apple, Mini und Hornbach zeigen, wie wirkungsvoll dieses Wertesystem im Kampf um Kunden und Marktanteile sein kann.

Marken brauchen Treue.
Ein Blick in die Geschichte unserer Agentur zeigt eindeutig, dass langfristige und kontinuierliche Markenführung – wie für Lenor, Deichmann und Dr.Best – um ein Vielfaches wirkungsvoller ist als sprunghaftes Paarungsverhalten.  Der Abgleich mit dem Agenturmarkt bestätigt dies, wie Sixt, Volkswagen oder Dr. Oetker als langfristig geführte Marken belegen. Für jede Marke ist eine funktionierende Agenturehe erfüllender als der aufregende One Night Stand.

Damit eine Marke auf lange Jahre unwiderstehlich attraktiv bleibt, braucht sie jemand, der sie täglich pflegt – mit Sachverstand und Hingabe.

Wie im richtigen Leben.
Lang lebe die Marke.w

Japans Online-Handel boomt in der Rezession

Konitschiwa, an das denken die meisten, oder zumindest ich, wenn ich Japan höre. Aber gerade in der Rezession haben sich die Japaner wieder einmal rasant weiterentwickelt. Dass sie sich im Bereich des Elektronikmarktes gut auskennen und neue Trends setzen, wissen wir seit eh und je.
Aber bisher verkauften sie all diese Produkte noch weitestgehend auf klassischen Wegen. In der Finanzkrise gingen die Verkäufe in den Läden zwar etwas zurück, doch dafür gab es bei dem Online-Handel eine Steigerung von 22 Prozent. Durch das mobile Internet ergeben sich immer mehr Möglichkeiten, die Produkte anzubieten und die Bestellabwicklungen zu beschleunigen.
Nach den Zahlen der Japan Direct Marketing Association und des Nomura Research Institute (NRI) schätzt der Nikkei Daily, dass Online-Einkäufe in diesem Jahr ein Volumen von 67,2 Milliarden US-Dollar (46,6 Milliarden Euro) erreichen. Im Gegensatz zum Vorjahr sind das die bereits erwähnten 22 Prozent. Addiert man die Katalogbestellungen dazu, steigen die Ausgaben auf 86 Milliarden Dollar.
Wenn man sich diese Zahl vor Augen führt, sind das insgesamt gesehen mehr, als in allen japanischen Geschäften “offline” ausgegeben wird.
Die Japaner, genauer gesagt die Geschäftsleute träumen schon in neuen Dimensionen. So schätzt man, dass man alleine durch den E-Commerce Bereich rund 2,2 Billionen US Dollar erwirtschaften kann. Eigentlich unvorstellbar, aber bei einer Bevölkerungszahl von 127.417.244 Einwohnern gar nicht mal so unrealistisch in den Augen der Japaner.
Der Online-Boom, der gerade in Japan herrscht, wird von den Leuten als “Sugomori” beschrieben. Das hat nichts mit Sumoringen zu tun wie man meinen könnte, sondern heißt übersetzt “Hühner im Nest” und beschreibt ein klein wenig die Lebenseinstellung der Menschen! Denn was auch festgestellt wurde ist, dass die Menschen mittlerweile wesentlich bequemer geworden sind und sich nicht mehr so viel vor die Türen begeben. Das hat nicht nur mit Faulheit zu tun, sondern die Menschen sagen sich, dass sie so mehr Geld sparen würden, da sie nicht jedes mal der Versuchung widerstehen müssten, etwas zu kaufen.
Diese Argumentation der Japanischen Wirtschaftsexperten verstehe ich persönlich zwar nicht so ganz, da man meiner Meinung nach auch im Internet den Menschen immer wieder neue Angebote unterbreiten kann. Aber nun gut, lässt sich drüber streiten.
Ein weiterer Faktor für den boomenden Online-Handel sind die Lieferdienste. Sie bieten häufig an, die Waren innerhalb von zwei Stunden nach Kundenwunsch zu liefern. In den meisten Fällen kann das sogar eingehalten werden. Bei dem Weihnachtsgeschäft wird das wohl eher schwieriger. Nur wie das mit dem Umtauschrecht aussieht, hat man sich noch nicht ganz so gut überlegt. Angeblich soll es einige geben, die sich ganze Lieferwagen nach Hause kommen lassen und dann erst einmal eine kleine Anprobe durchführen.
Aber auch bei den Zahlungsbedingungen kommen japanische Firmen den Kunden entgegen. Diejenigen, die nicht so gerne ihre Kreditkartennummer im Web hinterlassen wollen, haben auch die Möglichkeit, per Nachname zu zahlen! Nicht selbstverständlich, aber dafür ein wichtiger Faktor, für das boomende Online Geschäft.

Kicken gegen die Krise

Von Andre Paetzel, 9. September 2009 08:24

Wenn du denkst es gehts nichts mehr, kommt von irgendwo ´ne Flanke her. Das haben sich die Jungs von “Augustin” und “NeuerHaus” im schönen Österreich auch gedacht und mal ordentlich gegen die Krise gekickt!
Denn nicht nur wirtschaftlich hat die Krise Auswirkungen, sondern auch in den Obdachlosenstellen gibt es seit geraumer Zeit kaum noch Platz. Viele Menschen hat die Krise an beiden Beinen gepackt und aus dem Leben gerissen!
Dieser Kick, der von den beiden durchgeführt wurde, fand gestern am 8.9.2009 am Museumsquartier – Staatsratshof statt.
Dabei spielte man nicht auch einem schönen Rasenplatz, wie es so viele von uns wahrscheinlich gewöhnt sind, sondern man machte einen Straßenkick. Sprich, Alus eingepackt, Sambas ausgepackt, Parkbänke umgedreht und schon konnte es los gehen. 2 x 10 Minuten wurde gespielt und das schöne daran war, dass jeder seinen Spaß hatte.
Denn bei  ”Augustin” und “NeunerHaus” handelt es sich um normale Fußballvereine, sondern es sind Einrichtungen, die den Menschen helfen, die es nötig haben.
Wieviel Geld nun dabei rumgekommen ist, kann ich nicht sagen, aber ich hoffe, dass es eine Menge gewesen ist.

Und auch für uns fände ich es eine gute Idee mal hier ins Leben zu rufen!
Wir sind ja schon in Düsseldorf, wie wäre es dann mit einem kleinen Kick vor dem Landtag ;)
Wähler gegen Kandidaten oder so, würde bestimmt lustig werden.

Rumänien muss aufgrund der Rezession tausende Polizisten entlassen

Von Andre Paetzel, 5. September 2009 13:38

Als ich gestern diesen Artikel hier gelesen habe, habe ich eigentlich weder meinen Gedanken, noch meinen Augen getraut!
Rumänien: Muss aufgrund der Rezession tausende Polizisten entlassen
Und das traurige daran ist, dass das was in Rumänien passiert ist, gar nicht mal so weit von uns entfernt ist. Ich kann mich noch daran erinnern, als viele Leute sagten, “Ach mich wird die Krise schon nicht treffen, bei mir ist alles sicher!”
Ich bin der Meinung, dass es doch mehr Menschen getroffen hat, als wir vorher gedacht haben! Und das größte Problem, dass nicht nur ich sehe, sondern auch in dem Artikel deutlich wird, ist die steigende Missgunst, die Menschen gegenüber anderen aufbringen immer mehr steigt.
So sagt beispielsweise der GdP Bundesvorsitzender Konrad Freiberg für Deutschland voraus,
„es wird ein Kollaps der inneren Sicherheit befürchtet, wenn nach der Bundestagswahl die Karten auf den Tisch gelegt werden“.
Ich weiß nicht wie es Euch dabei geht, aber ich muss schon zugeben, dass ich persönlich mir ein wenig Sorgen mache.
Stelle mans ich mal vor, dass in irgendeiner Not ist oder Probleme hat, die Polizei rufen will und man nur noch in eine Warteschleife gelangt.
“Entschuldigen sie, unsere Plätze an den Telefonen sind momentan nicht besetzt! Wir werden uns aber schnellstmöglich um ihr anliegen kümmern!”
In Rumänien, genauer gesagt in Bukarest gibt es verständlicherweise momentan jede Menge Streiks seitens der Polizei!
Die Gewerkschaftler konfrontieren Premierminister Emil Bloc und fordern, dass er die Einsparungen zurücknehmen soll. Jedoch lässt dieser sich kaum davon beeindrucken. Irgendwo habe ich das Gefühl, dass wie bei so vielen Dingen erst immer etwas passieren muss, bevor sich etwas ändert.
Meiner Meinung nach kann es einfach nicht sein, dass man an so einer Stelle einspart.
Vor allem konnte man zu Beginn des Jahres noch lesen, dass Rumänien angeblich ein wahrer Hotspot wäre, in den viele Unternehmen investieren würden! (Hier die Artikel dazu)
Ich glaube, wenn wir in Deutschland dahin kämen, was nun in Rumänien passiert ist, dann wäre hier so einiges los und wir müssten uns auf was gefasst machen!
Ich weiß nicht wie Eure Meinung dazu ist, aber vielleicht hinterlasst ihr sie mir ja einfach!

Hier auch noch ein Video zu den aktuellen Geschehnissen!

Ansonsten auch gerne über Twitter!
Ihr findet uns unter Exit_Recession

ALDI boomt, Rezession hin oder her

Von Andre Paetzel, 3. September 2009 16:34

Ob die Rezession nun wirklich vorbei ist, sei mal dahin gestellt, aber auf jeden Fall gibt es Unternehmen, die immer noch einen Nutzen aus der Rezession schlagen konnten.
Und ich denke, dass Aldi dabei ein hervorragendes Beispiel ist, an dem man mal so einige Punkte festmachen kann. Zwar fanden die Wandlungen bei Aldi nicht hier in Deutschland statt, aber wir können ja trotzdem mal über den großen Teich blicken und schauen, wie man es dort gemacht hat!
Mittlerweile hat die deutsche Unternehmensgruppe mehr als 1000 Filialen in 29 US-Staaten. Wenn wir mal bedenken, dass es in den USA 50 Bundesstaaten gibt, ist das schöne eine ganz schöne Zahl!
Und wie man vor einiger Zeit auch lesen konnste, lieben die “Amis” anscheinend Aldi so sehr, dass Aldi in den USA immer weiter expandiert!
Zwar gibt es einige Dinge, die für die Einkäufer sehr ungewohnt sind, wie zum Beispiel Wagenpfand, kostenpflichtige Plastiktüten und Waren auf Paletten, aber auf jeden Fall kommt es an!
Eigentlich sind die amerikanischen Einkäufer ziemlich verwöhnt! Taschen werden zu ihren Auto gebracht oder sie haben einfach zehntausende Produkte zur Auswahl!
Bei Aldi geht man gegen diesen Trend, und bringt so ein bißchen Deutschland in die Staaten. Nach eigenen Angaben ist man der Meinung, dass man sich hier nicht auf die Bedürfnisse des Kunden einstellen muss, sondern dass sie sich von ganz alleine an diese neue Art des einkaufens gewöhnen.
Und der Erfolg gibt ihnen auf jeden Fall recht! Die Umsätze steigen in den USA immer weiter an, wo hingegen hier in Deutschland die Umsätze etwas zurückgehen!
Und die Umstätze in den USA steigen sogar soweit, dass man ab sofort sogar den Riesen Wal-Mart im Visier hat.
Die Wachstumsraten die man sich bei Aldi vorgenommen hat sind enorm. 10% jährlich, das ist eine wahre Hausnummer, die man sich vorgenommen hat. Im kommenden Jahr sollen erstmals 25 Filialen in Texas öffnen, wo Aldi derzeit ein Vertriebszentrum für 50 Millionen Dollar errichtet.
Ich finde, dass es wirklich eine spannende Sache ist, die man auf jeden Fall weiter im Auge behalten sollte. Sie zeigt, dass mana uch in zeiten der Krise mit der richtigen Idee und einer Portion Mut so einiges bewegen kann!
Und was gibt es schöneres, wenn man am Ende des Tages zufriedene Kunden hat!

Aber eine Sache bleibt, schön finden die Amerikaner die Läden nicht, aber günstig sind sie auf jeden Fall!

Wie ist die Stimmung im Juli? Stimmungsbarometer aktuell

Von Ulla Burkard, 2. September 2009 11:02

Die gute Laune wächst weiter. Und der Glaube an eine Verbesserung der Lage nimmt bei den Deutschen kontinuierlich zu. Das ist das Ergebnis des Grey Stimmungsbarometers, der monatlichen Straßenbefragung bei ca. 350 Befragten in vier deutschen Städten. Das Ergebnis vom Juli verglichen zu Januar: 39 % der Befragten sind optimistischer, es waren nur 17% im Januar. Optimisten und Pessimisten halten sich die Waage, wenn es um die Frage geht, ob Deutschland die gegenwärtige Wirtschaftskrise schneller überwinden wird als andere Länder. Im Juni hatten noch pessimistische 57% die Oberhand und antworteten mit nein.
Es scheint, dass die Konsumenten eher die positiven Nachrichten wahrnehmen als die immer noch lauernden Risiken für den Arbeitsmarkt und die weitere Entwicklung der Wirtschaft. Die Verbraucherpreise in Deutschland sinken erstmals seit 22 Jahren. Das gilt besonders für Lebensmittel und Energie, also unverzichtbare Güter des täglichen Gebrauchs. Die höheren Lohnabschlüsse kommen wirklich bei den Arbeitnehmern an, die Rentner freuen sich über eine Erhöhung ihrer Bezüge ab Monatsanfang – und alles in allem ist die Kaufkraft in diesem Sommer ca 3 % höher als noch im letzten.
Nun liegt es an der Wirtschaft, diesen frischen Schwung zu nutzen, diese Kaufkraft abzurufen und Angebote zu schaffen, die das Leben der Menschen bereichern. Und fast mehr noch: Wünsche zu wecken, die wohl eher kleine Freuden stiften. Bislang ist das Ausgabenverhalten der Konsumenten nach wie vor unverändert, die Frage wird sein, ob sinkende Preise, bis zu 80% (!) Rabatt im Sommerschlussverkauf und die konstante Lage auf dem Arbeitsmarkt zu verstärktem Konsum im August und Rest des Jahres führen.

Freeconomics – ohne Geld aus der Krise?!

Von Christian Heuer, 7. August 2009 08:09

“There ain’t nothin’  in this world for free”.

Diese mehrfach besungene Rock’n’ Roller Weisheit trägt sich so oder in ähnlicher Form seit Menschengedenken durch die Kulturgeschichte. Vom primitiven Naturaltausch bis zur Geldwirtschaft galt: Keine Leistung wird ohne entsprechenden Gegenwert erbracht.

Dass das Paradigma der Bezahlwirtschaft an Bedeutung verliert und zukünftiger Erfolg in freien Produkten und Dienstleistungen liegt, postuliert Chris Anderson (”The long Tail“)  in seinem neuen Buch. Es heißt “Free” und wird folgerichtig kostenlos vertrieben – zumindest die digitale Version.

Google ist eine Erfolgsgeschichte, die Anderson zum Anlass nimmt, ein Pamphlet für die Freeconomics zu schreiben. Weitere Erfolgsgeschichten kennen wir alle: Linux, Lastfm oder Spotify. Sie rütteln einerseits an unserer Willigkeit überhaupt einen Preis zu zahlen, andererseits ist um sie ein Wirtschaftszweig mit multimilliarden Euro Umsätzen entstanden.    

Ihr Erfolg hat einen gemeinsamen Nenner. Sie bieten kostenlose Basisprodukte und verdienen ihr Geld entweder über zusätzliche Premiumprodukte und -dienstleistungen oder über die durch Nutzermassen möglichen Werbeeinnahmen.

Eingesehen, dass dies der richtige Weg im Internet ist, hat die New York Times schon vor knapp 2 Jahren. Die kostenplichtigen Artikel wurden für jeden Surfer geöffnet und trotzdem ein Mehrumsatz durch gesteigerte Werbeeinnahmen erzielt. Trotz auflagenstarker Gratiszeitungen ist ein ähnlicher Erfolg in der offline-Welt unwahrscheinlich.

Die Freeconomics werden wohl auf die digitale Welt beschränkt bleiben. Allerdings sind sie auch hier, nach der von Ökonomen geäußerten Kritik, dass Modelle, die “kostenseitig von einer enormen Fixgrössendegression und absatzseitig von Netzwerkeffekten profitieren, zu wettbewerbsfeindlichen Monopolstrukturen neigen”, nicht das Allheilmittel für eine Wirtschaftskrise.

Ganz ohne Geld werden wir nicht auskommen. Ihre Spuren haben die freien Produkte und Dienstleistungen allemal hinterlassen. Wie die Analyse des 15-jährigen Morgan Stanley Praktikanten Matthew Robson zeigt, sind seine Altersgenossen nicht mehr bereit für Inhalte im Internet überhaupt zu bezahlen.

Viel Spaß also bei der kostenlosen Lektüre dieses Blogs.

Was ist eigentlich Netnography und wie kann ich es nutzen?

Von Andre Paetzel, 30. Juli 2009 08:34

Rezession ist nicht nur wirtschaftlich betrachtet ein Problem, sondern auch die Konsumenten ticken größtenteils anders. Hat man zuvor vielleicht mal gut und gerne 1500€ für eine Spiegelreflex Ausrüstung ausgegeben und ein grundsolides Gerät bekommen, möchte man in solchen Zeiten gerne möglichst viel sparen oder einfach mehr für sein Geld bekommen. Wenn wir bei den Kameras bleiben äußert sich das schnell mal durch schnellere Verschlusszeiten, höhere ISO Werte oder andere Objektive. Aber die Frage ist hier, wie ich in solchen Zeiten, in denen jeder möglichst viel Geld sparen möchte, solche Dinge in Erfahrung bringen kann, ohne selber viel Geld ausgeben zu müssen? Wie kann ich den User generated Content für mich nutzen? Es muss doch Möglichkeiten geben, durch die unzähligen Communities und Foren einen Mehrwert für mich zu schaffen! Die Möglichkeit gibt es, aber es sei gesagt, dass es mindestens genauso viel Aufwand bedeutet eine solche Studie durchzuführen wie bei einer normalen Untersuchung. Daher stellen wir Euch heute mal das Thema Netnography vor.
Was ist eigentlich Netnography?
Wir kennen viele Marktforschungsinstrumente, egal ob für qualitative oder für quantitative Marktforschung. Heutzutage hört man oft den Begiff “User generated Content” Aber was bringt mir eigentlich dieser Content, wenn ich ihn nicht auswerten kann? Dafür gibt es unter anderem die Netnography.
Wenn manche Leute sich im Internet über Turnschuhe oder Plastikboxen unterhalten, würden einige von uns doch wohl denken, ob die denn nichts besseres zu tun haben. Einerseits stimme ich euch da natürlich zu, aber andererseits denken sich die Leute wahrscheinlich auch, warum einige nur diese Blogs lesen. Zum Glück sind die Interessen verschieden und das ist genau das, warum Foren und Soziale Netzwerke gerade für Unternehmen so interessant sind.
Ob ich nun die besten Digitalkameras im dslr-forum oder die besten Surfspots auf surfforum.oase suche, irgendwo hinterlasse ich meine Spuren.
Aber wie muss man vorgehen, wenn man zum Beispiel einen neuen Turnschuh auf den Markt bringen möchte? Wie kann ich von den Leuten, die sich im Internet genau über solche Schuhe unterhalten Gebrauch machen?
Schon im Mai 2007 wurde in der Zeitung Planung & Analyse dazu ein Artikel veröffentlicht, der uns in 5 Punkten erklären soll, wie man bei der Netnography vorgehen sollte.

1. Definition eines Erhebungszieles
Was sind die zentralen Dimension des Unternehmensthemas und welche Sekundärquellen werden benötigt um ein tiefgehendes Themenverständnis zu schaffen. Zusammengefasst kann man sagen, dass hier eine Suchstrategie entwickelt wird, um im späteren Verlauf eine Auswahl treffen zu können, welche Communities man betrachten möchte.
2. Identifikation und Auswahl der online Quellen
Welche Kommunikations- und Informationsquellen sollen ausgewählt werden? Hier recherchiert man direkt nach Blogs, Foren, Portalen, Newsgroups oder anderen Netzwerken. Empfehlenswert ist hier natürlich eine ausreichende Kommunikation unter den Usern. Um solche Communities ausfindig zu machen, greift man hier vor allem zu verschiedenen Suchmaschinen und Bookmarking Diensten. Die zentrale Herausforderung besteht in diesem Punkt darin, die relevantesten online Quellen zu finden, um qualitative insights zu bekommen.
3. Beobachtung, Speicherung und Datenanalyse
Hauptaufgabe ist hier natürlich, dass man die Beiträge verfolgt und gleichzeitig speichert, für eine später folgende Auswertung. Im weiteren Verlauf erkennt man meistens schon den Themenschwerpunkt, den die User wählen. Wichtige Beiträge, die auch für die Untersuchung eingesetzt werden sollen, werden mit Hilfe einer Computergestützten Software analysiert und archiviert. Jedoch muss die Auswahl zuvor Manuell geschehen, da hier die menschliche Interpretationsleistung gefragt ist.
4. Consumer Insights
In diesem Schritt werden Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge zusammengefasst. Für unsere Aufgabe. Es lassen sich hier natürlich differenzierte Modelle und Diagramme erstellen. Es kommt lediglich darauf an, welches Ziel man sich am Anfang definiert hat und was man herausfinden wollte. Für den einen spielen beispielsweise die positiv genannten Aspekte eine größere Rolle als die negativen. Hier bekommt man letztendlich die Informationen zu seinem Produkt, weswegen man überhaupt diese Studie durchgeführt hat. Hier ist natürlich die Interpretationsleitung jedes einzelnen gefragt.
5. Projektüberführung
Einige beschreiben diesen Punkt als den schwierigsten überhaupt, da man nun die herausgefunden Informationen auf die Prozesse im Unternehmen übertragen muss. Oftmals ist es schwer, einem Unternehmen etwas zu vermitteln, was sie sich selber nicht so gewünscht hätten. Daher sollte man schon bei der Beobachtung gezielt auf die Beiträge eingehen und schauen welche Stimmen hier deutlich werden.

Bei der Durchführung solcher Studien, hat man bisweilen natürlich noch nicht so viel Erfahrung sammeln können. Daher ist es auch äußert schwer, Leuten dieses Verfahren vertraut zu machen.
Gerade in der Marktforschung haben sich über die Jahre Quellen wie die VA (Verbraucheranalys) oder die TDWI (Typologie der Wünsche) behauptet. Jedoch gibt es heute schon viele Meinungsforscher, unter anderem auch Rob Kozinets, den Begriffserfinder, der Netnography Ergebnisse einsetzt, um bereits bestehende Ergebnisse zu belegen. Wer noch weitere Informationen über Netnography wissen möchte, kann sich auch noch auf der dazu gehörigen Seite hier umschauen.

Ich krieg’ die Krise

Von Christoph Krick, 29. Juli 2009 12:09

Seit mehr als einem Jahr dominiert die Krise die Nachrichten und schon seit einem dreiviertel Jahr kann man das Gerede über die Krise eigentlich nicht mehr hören.
Bedauerlich, dass uns dieses Thema trotzdem noch eine ganze Weile begleiten wird. Denn erst jetzt kommen die Einschläge auch in Deutschland näher. Die Medien-, Marketing- und Agenturbranche spürt die Auswirkungen schon seit einigen Wochen. Meldungen über Massenentlassungen sind keine Seltenheit mehr, und in den kommenden Wochen werden Nachrichten dieser Art auch in anderen Wirtschaftszweigen zur traurigen Gewohnheit werden.
In den USA wird diese steigende individuelle Relevanz einer Krise gewohnt pointiert mit diesem Sprichwort beschrieben: It’s a recession when your neighbour loses his job, it’s a depression when you lose your own. 
Aber was kann man eigentlich tun, um im Sog der schlechten Nachrichten eine positive Haltung zu bewahren? Damit die Weltwirtschaftskrise nicht auch zur persönlichen Krise wird.
Die Motivationsexperten von HaFAWo haben zu diesem Thema zehn teils pragmatische, teils etwas esoterische Tipps zusammengestellt:

  1. Konzentrier’ Dich auf das, was Du tatsächlich beeinflussen kannst.
  2. Schränke Deinen Nachrichtenkonsum auf das Wesentliche ein.
  3. Sei dankbar für das, was Du hast.
  4. Höre auf selbst Klatsch, Panik und schlechte Nachrichten zu verbreiten.
  5. Denke daran, dass es im Leben immer auf und ab geht.
  6. Steigere gerade in der Krise Deinen eigenen Wert durch Fort- und Weiterbildung
  7. Arbeite an einem Notfallpaket.
  8. Konzentriere Dich auf das Positive wie zB niedrigere Benzin- und Immobilienpreise
  9. Entscheide Dich dafür, glücklich zu sein.
  10. Simplify your life und konzentriere Dich auf die wirklich wichtigen Dinge.

 Was sind Eure Methoden, damit Ihr in der Krise nicht die Krise kriegt?