Nachrichten getagged: Krise

Echte Größe ist gefragt

Von Christian Heuer, 12. Oktober 2009 13:56

Nach der Lehman Pleite prophezeiten viele Medien: “Die fetten Jahre sind vorbei”. Wenn man gehässig wäre könnte man meinen, sie stehen uns erst noch bevor.
Wieso? Weil die Brigitte als erste Frauen- und Modezeitschrift Ernst macht und ab 2010 die Mager-Models aus dem Heft verbannt.
Mit dem neuen Jahr werden nur noch Amateur-Models für Fotostrecken genutzt, die mehr als Size Zero tragen.

Unrealistisch dünn ist bei Brigitte Leserinnen schön längst nicht mehr gefragt. Und so wurden allzu dünne Damen bisher mit Photoshop in die Breite gezogen. Nun macht man den Schritt, den Dove schon vor Jahren erfolgreich vollzogen hat und setzt auf “echte Schönheit” von “echten Frauen”.

Aber Halt! Es geht hier nicht darum Kosten für teure Mannequins zu sparen, um so profitabel durch die Werbekrise zu gelangen, es geht vielmehr darum, Glaubwürdigkeit und Authentizität zu vermitteln. Eine Abkehr von der aufgesetzten Glamourwelt im Modebusiness.

Die Ankündigung der Brigitte löste ein weltweites Presseecho aus. Ob die Rückkehr zur Natürlichkeit Folgen haben wird, bleibt abzuwarten. Eine Mindestkleidergröße bei den Models der Werbekunden, wird es in der Brigitte vorerst nicht geben.

ohne-models-e

Lasst die Krise weitergehen!

Von Christian Heuer, 23. September 2009 16:47

Die Immobilienblase ist geplatzt. Faule Kredite ziehen Bilanzen in die roten Zahlen und Aktienkurse in den Keller. Banker, Autobauer und Einzelhändler verlieren ihre Jobs. Und Anleger verlieren ihr letztes Hemd.

Herrlich! Denn sie sind damit nicht allein. Je tiefer die Kurse sinken, desto mehr Hemden und andere Kleidungsstücke legen die Damen (oder wahlweise Herren) vom Puma Index ab.

Eine so einfache wie brilliante Idee der Agentur Droga5 die Unterwäsche von Puma zu präsentieren. Und eine Idee, die mehr als tröstlich ist. Denn in diesen ”schlechten” Zeiten gibt es sehr viel zu sehen und wir Hemdlosen befinden uns in guter Gesellschaft.   

Also liebe Leser, verkauft Eure Aktien, lasst die Indizes weiter fallen und belohnt Euch mit einem Blick auf den Puma-Index.

 

P.S.: Wer es nicht abwarten kann, schaut sich schon mal die Videozusammenfassung hier an.

Japans Online-Handel boomt in der Rezession

Von Andre Paetzel, 15. September 2009 08:52

Konitschiwa, an das denken die meisten, oder zumindest ich, wenn ich Japan höre. Aber gerade in der Rezession haben sich die Japaner wieder einmal rasant weiterentwickelt. Dass sie sich im Bereich des Elektronikmarktes gut auskennen und neue Trends setzen, wissen wir seit eh und je.
Aber bisher verkauften sie all diese Produkte noch weitestgehend auf klassischen Wegen. In der Finanzkrise gingen die Verkäufe in den Läden zwar etwas zurück, doch dafür gab es bei dem Online-Handel eine Steigerung von 22 Prozent. Durch das mobile Internet ergeben sich immer mehr Möglichkeiten, die Produkte anzubieten und die Bestellabwicklungen zu beschleunigen.
Nach den Zahlen der Japan Direct Marketing Association und des Nomura Research Institute (NRI) schätzt der Nikkei Daily, dass Online-Einkäufe in diesem Jahr ein Volumen von 67,2 Milliarden US-Dollar (46,6 Milliarden Euro) erreichen. Im Gegensatz zum Vorjahr sind das die bereits erwähnten 22 Prozent. Addiert man die Katalogbestellungen dazu, steigen die Ausgaben auf 86 Milliarden Dollar.
Wenn man sich diese Zahl vor Augen führt, sind das insgesamt gesehen mehr, als in allen japanischen Geschäften “offline” ausgegeben wird.
Die Japaner, genauer gesagt die Geschäftsleute träumen schon in neuen Dimensionen. So schätzt man, dass man alleine durch den E-Commerce Bereich rund 2,2 Billionen US Dollar erwirtschaften kann. Eigentlich unvorstellbar, aber bei einer Bevölkerungszahl von 127.417.244 Einwohnern gar nicht mal so unrealistisch in den Augen der Japaner.
Der Online-Boom, der gerade in Japan herrscht, wird von den Leuten als “Sugomori” beschrieben. Das hat nichts mit Sumoringen zu tun wie man meinen könnte, sondern heißt übersetzt “Hühner im Nest” und beschreibt ein klein wenig die Lebenseinstellung der Menschen! Denn was auch festgestellt wurde ist, dass die Menschen mittlerweile wesentlich bequemer geworden sind und sich nicht mehr so viel vor die Türen begeben. Das hat nicht nur mit Faulheit zu tun, sondern die Menschen sagen sich, dass sie so mehr Geld sparen würden, da sie nicht jedes mal der Versuchung widerstehen müssten, etwas zu kaufen.
Diese Argumentation der Japanischen Wirtschaftsexperten verstehe ich persönlich zwar nicht so ganz, da man meiner Meinung nach auch im Internet den Menschen immer wieder neue Angebote unterbreiten kann. Aber nun gut, lässt sich drüber streiten.
Ein weiterer Faktor für den boomenden Online-Handel sind die Lieferdienste. Sie bieten häufig an, die Waren innerhalb von zwei Stunden nach Kundenwunsch zu liefern. In den meisten Fällen kann das sogar eingehalten werden. Bei dem Weihnachtsgeschäft wird das wohl eher schwieriger. Nur wie das mit dem Umtauschrecht aussieht, hat man sich noch nicht ganz so gut überlegt. Angeblich soll es einige geben, die sich ganze Lieferwagen nach Hause kommen lassen und dann erst einmal eine kleine Anprobe durchführen.
Aber auch bei den Zahlungsbedingungen kommen japanische Firmen den Kunden entgegen. Diejenigen, die nicht so gerne ihre Kreditkartennummer im Web hinterlassen wollen, haben auch die Möglichkeit, per Nachname zu zahlen! Nicht selbstverständlich, aber dafür ein wichtiger Faktor, für das boomende Online Geschäft.

Kicken gegen die Krise

Von Andre Paetzel, 9. September 2009 08:24

Wenn du denkst es gehts nichts mehr, kommt von irgendwo ´ne Flanke her. Das haben sich die Jungs von “Augustin” und “NeuerHaus” im schönen Österreich auch gedacht und mal ordentlich gegen die Krise gekickt!
Denn nicht nur wirtschaftlich hat die Krise Auswirkungen, sondern auch in den Obdachlosenstellen gibt es seit geraumer Zeit kaum noch Platz. Viele Menschen hat die Krise an beiden Beinen gepackt und aus dem Leben gerissen!
Dieser Kick, der von den beiden durchgeführt wurde, fand gestern am 8.9.2009 am Museumsquartier – Staatsratshof statt.
Dabei spielte man nicht auch einem schönen Rasenplatz, wie es so viele von uns wahrscheinlich gewöhnt sind, sondern man machte einen Straßenkick. Sprich, Alus eingepackt, Sambas ausgepackt, Parkbänke umgedreht und schon konnte es los gehen. 2 x 10 Minuten wurde gespielt und das schöne daran war, dass jeder seinen Spaß hatte.
Denn bei  ”Augustin” und “NeunerHaus” handelt es sich um normale Fußballvereine, sondern es sind Einrichtungen, die den Menschen helfen, die es nötig haben.
Wieviel Geld nun dabei rumgekommen ist, kann ich nicht sagen, aber ich hoffe, dass es eine Menge gewesen ist.

Und auch für uns fände ich es eine gute Idee mal hier ins Leben zu rufen!
Wir sind ja schon in Düsseldorf, wie wäre es dann mit einem kleinen Kick vor dem Landtag ;)
Wähler gegen Kandidaten oder so, würde bestimmt lustig werden.

Aus der Krise fährt man links heraus?

Von Christian Heuer, 8. September 2009 10:56

Einen ungewöhnlichen Weg aus der aktuellen Wirtschaftskrise schlägt der pazifische Inselstaat Samoa ein. Um mehr Touristen aus Australien und Neuseeland auf die Inseln zu locken, hat der samoanische Premierminister Tuilaepa Sailele praktisch im Alleingang durchgesetzt, dass Autos nun nicht mehr auf der rechten, sondern auf der linken Seite verkehren.   

Erhofft wird, dass sich nicht nur australische und neuseeländische Touristen auf Samoa wohler fühlen, auch das zukünftig Autos günstiger aus diesen nächstgelegenen Industriestaaten importiert werden können.

Dazu könnte ein 200 Millionen Euro schweres Investitionspaket Samoas Wirtschaft ankurbeln. In einer Volkswirtschaft mit einem BIP von etwa 280 Mio. Euro ist das eine enorme Summe. Das Geld wird dafür benötigt, um neue Straßenschilder aufzustellen, Fahrbahnbeschriftungen zu ändern und den öffentlichen Personenverkehr umzurüsten.

Die Samoaner sind nicht glücklich mit der Umstellung. Sie befürchten Chaos, Verletzte und Tote und mobilisierten 65% der Bevölkerung gegen das Vorhaben.

Geholfen hat es freilich nicht. So wurden die aktuellen Feiertage am Montag und Dienstag für die Eingewöhnung auf die Umstellung genutzt. Um die Sache sicher über die Bühne zu bringen wurde außerdem ein Alkoholverkaufsverbot für 3 Tage ausgesprochen.  

Bleibt nur abzuwarten was am heutigen Mittwoch passiert, wenn die Samoaner wieder zur Arbeit fahren müssen. Wir hoffen auf gute Nachrichten aus dem Paradies.  

Samoa_Lalomanu

Rumänien muss aufgrund der Rezession tausende Polizisten entlassen

Von Andre Paetzel, 5. September 2009 13:38

Als ich gestern diesen Artikel hier gelesen habe, habe ich eigentlich weder meinen Gedanken, noch meinen Augen getraut!
Rumänien: Muss aufgrund der Rezession tausende Polizisten entlassen
Und das traurige daran ist, dass das was in Rumänien passiert ist, gar nicht mal so weit von uns entfernt ist. Ich kann mich noch daran erinnern, als viele Leute sagten, “Ach mich wird die Krise schon nicht treffen, bei mir ist alles sicher!”
Ich bin der Meinung, dass es doch mehr Menschen getroffen hat, als wir vorher gedacht haben! Und das größte Problem, dass nicht nur ich sehe, sondern auch in dem Artikel deutlich wird, ist die steigende Missgunst, die Menschen gegenüber anderen aufbringen immer mehr steigt.
So sagt beispielsweise der GdP Bundesvorsitzender Konrad Freiberg für Deutschland voraus,
„es wird ein Kollaps der inneren Sicherheit befürchtet, wenn nach der Bundestagswahl die Karten auf den Tisch gelegt werden“.
Ich weiß nicht wie es Euch dabei geht, aber ich muss schon zugeben, dass ich persönlich mir ein wenig Sorgen mache.
Stelle mans ich mal vor, dass in irgendeiner Not ist oder Probleme hat, die Polizei rufen will und man nur noch in eine Warteschleife gelangt.
“Entschuldigen sie, unsere Plätze an den Telefonen sind momentan nicht besetzt! Wir werden uns aber schnellstmöglich um ihr anliegen kümmern!”
In Rumänien, genauer gesagt in Bukarest gibt es verständlicherweise momentan jede Menge Streiks seitens der Polizei!
Die Gewerkschaftler konfrontieren Premierminister Emil Bloc und fordern, dass er die Einsparungen zurücknehmen soll. Jedoch lässt dieser sich kaum davon beeindrucken. Irgendwo habe ich das Gefühl, dass wie bei so vielen Dingen erst immer etwas passieren muss, bevor sich etwas ändert.
Meiner Meinung nach kann es einfach nicht sein, dass man an so einer Stelle einspart.
Vor allem konnte man zu Beginn des Jahres noch lesen, dass Rumänien angeblich ein wahrer Hotspot wäre, in den viele Unternehmen investieren würden! (Hier die Artikel dazu)
Ich glaube, wenn wir in Deutschland dahin kämen, was nun in Rumänien passiert ist, dann wäre hier so einiges los und wir müssten uns auf was gefasst machen!
Ich weiß nicht wie Eure Meinung dazu ist, aber vielleicht hinterlasst ihr sie mir ja einfach!

Hier auch noch ein Video zu den aktuellen Geschehnissen!

Ansonsten auch gerne über Twitter!
Ihr findet uns unter Exit_Recession

Virgin America: mit mehr Spaß durch die Rezession fliegen

Von Alessandro Panella, 31. August 2009 17:22

Während sich einige Fluggesellschaften Gedanken darüber machen, wie sie mehr Umsatz generieren in dem sie übergewichtige Passagiere mehr Zahlen lassen oder Toilettennutzung kostenpflichtig machen, geht Virgin America einen anderen Weg und bietet seinen Passagieren ein Plus an Service.  Bei Virgin America können Passagiere mit dem neuen “In-Fligh Entertainment” System nicht nur Filme sehen,  ihren Twitter-Account prüfen oder von ihrem Sitz etwas zu essen und trinken bestellen während sie den Film sehen. Sie können zum Beispiel auch mit anderen Passagiere chatten. Wie wäre es mit einer netten Unterhaltung mit dem Kollegen, der 5 Reihen weiter sitzt oder wenn man genug vom Kollegen hat, wie wäre es mit einem bisschen Small Talk mit dem netten Herrn vom Sitz 24D? Die Chat-Funktion macht es möglich:

“Red” das neue In-Flight Entertainment System ist nur eine von vielen Maßnahmen mit denen Virgin America, Fliegen zu einem einzigartigen Erlebnis macht und damit seine Kunden langfristig an die Marke binden möchte. Aber ein solches Erlebnis schafft man nicht nur in dem man viel Geld in besseren Sitzcomfort und Entertainment-Systeme investiert, sondern auch indem man auch das “Anders-Fliegen” bei kleineren Details erlebbar macht.

Wie zum Beispiel bei den Sicherheits-Richtlinien. Selbst da hat Virgin America einen Weg gefunden, das Interesse seiner Passagiere für Themen wie “wie soll ich meinen Sicherheitsgurt schliessen und aufmachen” mit einer überraschenden Umsetzung zu wecken:

Virgin America weiß ganz genau, dass Firmen in Rezessionszeiten genau auf Flug -und Reisekosten achten und in dem sie Passagiere nicht nur wettbewerbsfähige Preise bieten, sondern darüber hinaus den Flug zum Erlebnis macht, schaffen sie einen echten Wettbewerbsvorteil. Der Erfolg dieser Strategie zeigt den Net Promoter Score von Virgin Airlines. Der Net Promoter Score ist ein Index zur Messung der Wahrscheinlichkeit, mit der Kunden ein Produkt, ein Unternehmen oder eine Dienstleistung weiterempfehlen.

Noch gibt es keinen Net Promoter Score für Virgin America aber Virgin Airline hat es laut einer englischen Befragung geschafft den dritthöchsten NPS-Wert von 27 zu kriegen (Quelle: The Listening Company 2007). Zum Vergleich lag der Ryanair-Wert damals bei -5! Und die Begeisterung von Passagieren macht sich auch in Blogg-Foren laut:  “Why everyone should fly Virgin America”.

Grey Newstipps vom 25.8.2009

Von Andre Paetzel, 25. August 2009 13:50

Hier ein paar interessante Links zu Artikeln, die wir in den letzten Tagen gefunden haben!

Das-Boersenmaerchen-ist-vorbei
Das Handelsblatt scjreibt eigentich nicht über Märchen, aber hier haben ´sie es getan und das Börsenmärchen ausgehebelt.

1-Europaeischer-Online-Handelskongress
Nachdem es den Handelskongress immer nur “Offline” gab, fand nun der erste europäische Handelskongress statt. Wer mmerh wissen möchte schaut einfach mal bei der Marketingböre vorbei.

Sal-Oppenheim-Auslagerungen-auf-pump
Die Privatbank Sal. Oppenheim braucht einen externen Investor dringender als bisher bekannt. Was man tun will und sollte erfahrt ihr bei Biz Yahoo

Abwrackpraemie-wird-vorerst-nicht-verlaengert-oder-ersetzt
Nichts da mit warten und in Ruhe ein Auto kaufen! Wer die 2500€ noch schnell mitnehmen will muss flink sein und sollte sich schnell ein neues Auto kaufen. Denn wie wir aus der Welt erfahren wird die Prämie nicht verlängert.

Willkommen in der neuen Realität

Von Frank Dopheide, 14. August 2009 07:35

Die Krise ist im wahrsten Sinne des Wortes unfassbar. Sie hat kein Bild in unserem Kopf. Keine leere Autobahn. Kein zerstörtes Hochhaus. Keine brennende Ölquelle. So ungreifbar wie das Bild ist unsere Angst vor der Krise.
Was als globale Finanzkrise am anderen Ende der Welt begann wird zur persönlichen Wirtschaftskrise. Täglich ein bisschen mehr. Noch kauft der Deutsche tapfer ein. Er hört das tiefe Grollen der herannahenden Welle, aber bisher hat sie ihn nicht mit voller Wucht erwischt. Er hat den Kopf eingezogen und erwartet den 28. September, wenn die Wahl und damit seine Schonfrist vorbei ist.
Durch die Mutter aller Krisen ist unsere Welt anders geworden und mit ihr werden sich die Einstellungen der Konsumenten und das Marketing der Unternehmen für immer verändern. Wir leben in einer neuen Realität.
Die kommende Zeit wird ein Crash-Kurs für Kommunikatoren. In der harten Schule der Wirklichkeit müssen sie entscheidende Dinge lernen.

Werte
Die Phasen wirtschaftlichen Aufschwungs sind endlich, wie jeder nun aus eigener Erfahrung weiß. Konsum macht glücklich. Aber dieses Glück ist nicht von langer Dauer. Die langfristigen Werte im Leben – Familie, Partnerschaft, Freundschaft gewinnen wieder an Bedeutung. Aufgesetzte Werbeversprechen zum kurzfristigen Anheizen der Schnäppchenjagd werden weniger erfolgreich sein. Nie war es für Produkte und Marken wichtiger, echten Mehrwert zu liefern. Alles andere wird gnadenlos aussortiert, aus dem Einkaufskorb und aus dem Leben.

Nähe
Die Menge der vernichteten Geldwerte wird nur noch von der Menge des vernichteten Vertrauens übertroffen. Wem glaube ich noch? Der Politik? Dem Chef? Den Medien? Mehr denn je verlassen sich Menschen auf sich selbst und ihr persönliches Umfeld. Das Word-of-Mouth-Marketing bekommt weiteren Auftrieb. Mit dem verlorenen Vertrauen, ändert sich auch die Tonalität. Vertrauen gewinnt man bekanntlich nicht durch Anschreien. In Zukunft gilt: Nur wer ins Gespräch kommt, kommt auch ins Geschäft. Die Aufgabe der Kommunikation ist nicht mehr das Kreieren von Anzeigen, sondern die Schaffung von echtem Gesprächsstoff. Von einem Einstiegspunkt für den Dialog – denn das aktive Verkaufen im Gespräch wird zunehmen.

Haltung.
Die Zeit des Schönredens und Zauderns ist vorbei. Wer jetzt nichts wagt, verliert. Die Entschlossenen fressen die Unentschlossenen. Ein wunderbarer Moment für Marken. Denn sie liefern Orientierung in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Nun geht es darum, sich stabil und mit breiter Brust in den Wind zu stellen.
Menschen von heute kaufen keine Marken mehr. Sie schließen sich Marken an. Nun ist ein idealer Moment sichtbar zu beweisen, dass die Markenwerte keine toten Buchstaben sind, sondern gelebte Handlungsmaxime. Der USP ist tot. Es lebe der UAP. Die Unique Attittude Proposition. Hier gibt es viel zu gewinnen.
Trotz aller Hiobsbotschaften, gibt es in Deutschland viel Geld zu verdienen. Das Geldvermögen der Deutschen beträgt 1500 Milliarden Euro. Und die Deutschen haben durch die Finanzkrise und ihre hilflosen Banker gelernt: sparen alleine hilft auch nicht. Die Sparquote ist zur Überraschung aller nicht ins Unermessliche gestiegen.
Was können wir aus den Krisen der Vergangenheit lernen? Wie sollten sich Kommunikatoren in rauen Zeiten verhalten?
Sie müssen reflexhafte Preis-Promotions und Budgetkürzungen vermeiden. Millward Brown hat in umfassenden Untersuchungen eindruckvoll belegt, dass Preissenkungen vielleicht den Marktanteil erhöhen können aber direkt und langfristig zur massivern Vernichtung von Markenwerten führen.
Demgegenüber belegen internationale Studien und zahllose Case-Studies, dass Unternehmen, die auch in schwierigen Zeiten ihr Budget stabil halten oder sogar antizyklisch erhöhen, davon massiv und nachhaltig profitieren. Über alle Branchen hinweg.
Jetzt um jeden Euro Werbebudget zu kämpfen zahlt sich doppelt und dreifach aus.
Was kann man tun?
Krise kommt aus dem Griechischen, bedeutet Zuspitzung, Entscheidung, Wendepunkt.
Ein guter Moment, Dinge zu ändern.
Es ist an uns, das Beste daraus zu machen.

Freeconomics – ohne Geld aus der Krise?!

Von Christian Heuer, 7. August 2009 08:09

“There ain’t nothin’  in this world for free”.

Diese mehrfach besungene Rock’n’ Roller Weisheit trägt sich so oder in ähnlicher Form seit Menschengedenken durch die Kulturgeschichte. Vom primitiven Naturaltausch bis zur Geldwirtschaft galt: Keine Leistung wird ohne entsprechenden Gegenwert erbracht.

Dass das Paradigma der Bezahlwirtschaft an Bedeutung verliert und zukünftiger Erfolg in freien Produkten und Dienstleistungen liegt, postuliert Chris Anderson (”The long Tail“)  in seinem neuen Buch. Es heißt “Free” und wird folgerichtig kostenlos vertrieben – zumindest die digitale Version.

Google ist eine Erfolgsgeschichte, die Anderson zum Anlass nimmt, ein Pamphlet für die Freeconomics zu schreiben. Weitere Erfolgsgeschichten kennen wir alle: Linux, Lastfm oder Spotify. Sie rütteln einerseits an unserer Willigkeit überhaupt einen Preis zu zahlen, andererseits ist um sie ein Wirtschaftszweig mit multimilliarden Euro Umsätzen entstanden.    

Ihr Erfolg hat einen gemeinsamen Nenner. Sie bieten kostenlose Basisprodukte und verdienen ihr Geld entweder über zusätzliche Premiumprodukte und -dienstleistungen oder über die durch Nutzermassen möglichen Werbeeinnahmen.

Eingesehen, dass dies der richtige Weg im Internet ist, hat die New York Times schon vor knapp 2 Jahren. Die kostenplichtigen Artikel wurden für jeden Surfer geöffnet und trotzdem ein Mehrumsatz durch gesteigerte Werbeeinnahmen erzielt. Trotz auflagenstarker Gratiszeitungen ist ein ähnlicher Erfolg in der offline-Welt unwahrscheinlich.

Die Freeconomics werden wohl auf die digitale Welt beschränkt bleiben. Allerdings sind sie auch hier, nach der von Ökonomen geäußerten Kritik, dass Modelle, die “kostenseitig von einer enormen Fixgrössendegression und absatzseitig von Netzwerkeffekten profitieren, zu wettbewerbsfeindlichen Monopolstrukturen neigen”, nicht das Allheilmittel für eine Wirtschaftskrise.

Ganz ohne Geld werden wir nicht auskommen. Ihre Spuren haben die freien Produkte und Dienstleistungen allemal hinterlassen. Wie die Analyse des 15-jährigen Morgan Stanley Praktikanten Matthew Robson zeigt, sind seine Altersgenossen nicht mehr bereit für Inhalte im Internet überhaupt zu bezahlen.

Viel Spaß also bei der kostenlosen Lektüre dieses Blogs.